Konzeption

Was ist ein Kinderladen?

Der Kinderladen (Kila) „Meckerbeine“ ist eine Elterninitiativ- Kindertagesstätte (EiKita) und besteht seit nunmehr über 30 Jahren. Er ist damals aus der Ende der 70er Jahre aufkommenden Kinderladen­bewegung entstanden. Es galt eine Alternative zu bilden zu den pädagogischen Konzepten, dem Personalschlüssel und der Organisations­struktur der Kitas. Zudem erkannte man auch, dass zusehends die Großfamilie verschwand, immer mehr Kinder als Einzelkinder aufwuchsen und der Umgang mit jüngeren und älteren Geschwistern verloren ging. So wurden von engagierten Eltern Ladenwohnungen angemietet, in denen ErzieherInnen mit einer kleinen Gruppe Kindern im Alter von 3-6 Jahren eine zur Großfamilie adäquate Situation schufen.

Um die Ernsthaftigkeit eines solchen Unternehmens zu gewährleisten, muss eine EiKita ebenso wie eine Kita über eine Konzeption verfügen. Sie bietet den ErzieherInnen einen gewissen Handlungsrahmen, eine Struktur, nach der sie ihre Arbeit ausrichten, aber auch immer wieder überprüfen können. Ferner informiert die Konzeption die Eltern und die Öffentlichkeit über den Erziehungsstil und die pädagogischen Ziele des Kinderladens. Jede Konzeption muss sich an die Richtlinien des Berliner Bildungs­programms.[1]

In den folgenden Zeilen möchten wir die äußeren Rahmen­bedingungen der EiKita bzw. des Kinderladens „Meckerbeine“ erläutern, um dann die Ziele unserer pädagogischen Arbeit mit den Kindern zu erörtern. Zudem werden wir auf die Rolle der ErzieherInnen und der Eltern eingehen und den Tagesablauf im Kila schildern.


[1] http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/bildungswege/vorschulische_bildung/berliner_bildungsprogramm_2004.pdf

Unser Kinderladen – Rahmenbedingungen

Der Kinderladen Meckerbeine ist Mo.-Do. von 8:00-16:30 Uhr und Fr. von 8:00-16:00 Uhr geöffnet.

Derzeit werden 12 Kinder (max. 15) im Alter von 1-6 Jahren betreut.

Unser Kinderladen war der erste Kinderladen im Schöneberger Insel Kiez, der einjährige Kinder (die bereits laufen können) aufnahm.

Wir haben einen Integrationsstatus, d.h. es können Kinder mit leichten körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen aufgenommen werden. Derzeit besucht ein Kind mit Hörimplantaten die Einrichtung.

Das Meckerbeine-Team besteht aus einer Erzieherin, zwei Erziehern und einer Erzieherin in Ausbildung. Phasenweise wird das Team von einer Praktikantin oder einem Praktikanten begleitet. Die Küchen- und Aufräumarbeiten sind im Arbeitsalltag integriert, die Putzarbeit übernimmt zweimal pro Wochen eine Putzhilfe.

Die Ernährung im Kinderladen ist vollwertig, biologisch und fleischlos, mit Ausnahme vom Kochen mit Kindern ab ca. drei Jahren, das findet im Zwei-Wochen-Turnus statt; an diesen Tagen wird teilweise mit Biofleisch gekocht.Die Kinder bekommen morgens ein Frühstück und mittags ein warmes Mittagessen. Zwischendurch bekommen die Kinder viel Obst und Getränke (Wasser). Etwa einmal pro Woche gibt es Fisch oder Tofu.

Wir haben eine ca. 70qm große Ladenwohnung zur Verfügung mit zwei Eingangstüren, eine vom Hausflur aus und eine zur Straße hin. Die Quadratmeter verteilen sich auf drei Zimmer, einen Flur, ein schmales Bad mit Toilette und eine kleine Küche. Die zwei Zimmer zur Straße hin dienen als Spiel- und Beschäftigungsräume und eines von ihnen als Essraum. Sie sind durch einen Rundbogen und eine Hochetage miteinander verbunden. Die Hochetage ist über eine Treppe in dem einen Zimmer begehbar und endet im anderen Zimmer mit einer Rutsche. Der dritte Raum wird als Schlaf- und Ruhezimmer genutzt. Außerdem befinden sich dort die Fächer der Kinder und ihre Garderobe.
Im Bad sind eine kleine Dusche, ein Waschbecken in Kindshöhe, eine Toilette und für jedes Kind ein Handtuchhalter sowie ein Zahnputzbecher mit Zahnbürste.

Informationen für die Eltern und ErzieherInnen sind an Pinnwänden und an den Türen im Flur befestigt. In der Küche befindet sich ein Terminkalender, in dem alle wichtigen Informationen lesbar und für alle notiert sind. Generell werden relevante Informationen sowie der Wochenplan im Flur ausgehangen.

Der Kiez

Der Kiez liegt in Berlin-Schöneberg und wird Schöneberger Insel genannt, ein ehemaliges Arbeiterviertel, in dem zur Nazizeit der militante Widerstand tobte. Heute findet man hier viele verschiedene soziale Schichten, insbesondere zieht es seit einigen Jahren viele junge Familien hierher. In der näheren Umgebung gibt es viele Spielplätze und einen Park. Das Südgelände ist ein fußläufiges Ausflugsziel, sowie der Kreuzberg, die Stadtbibliothek, das Jugendmuseum, eine Feuerwehr, ein Kindertheater, der Stadtpark Wilmersdorf und ein Hallenbad.

Da Bus- und S-Bahnlinien in unmittelbarer Nähe liegen, sind verschiedene Kindertheater, das Planetarium, drei Freibäder (Insulaner, Columbiabad, Monbijoubad), das Tempelhofer Feld, der Schlachtensee, die Kiesgrube im Grunewald, der Tierpark, der Zoo und das Aquarium und der Kinderbauernhof Pinke-Panke in Pankow leicht zu erreichen. Genügend Anreize für Ausflüge sind also gegeben und werden je nach Witterung in der Regel einmal wöchentlich genutzt.

Die pädagogische Arbeit mit den Kindern

Die pädagogische Arbeit des Kinderladens entspricht den Richtlinien des Berliner Bildungsprogramms (BBp).

Ziele
Die Ziele der pädagogischen Arbeit ergeben sich aus den Ansprüchen, die die zukünftige Gesellschaft an die derzeitigen Kinder später stellen wird. Diese Ziele sind Richtungsziele. Sie leiten das pädagogische Handeln der Erzieherin/ des Erziehers und geben an, in welche Richtung sie die Bildungsprozesse des Kindes unterstützen sollen (s.BBp).Dabei geht es um die Erlangung gewisser Kompetenzen, die die gängige Kindergarten- und Grundschulpädagogik wie folgt unterteilt:
  • Ich-Kompetenz meint, sich seiner selbst bewusst sein; den eigenen Kräften vertrauen; für sich selbst verantwortlich handeln; Unabhängigkeit und Eigeninitiative entwickelt haben.
  • Soziale Kompetenz meint, soziale Beziehungen aufnehmen und so zu gestalten, dass sie von gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung geprägt sind; soziale und gesellschaftliche Sachverhalte erfassen; im Umgang mit anderen verantwortlich handeln; unterschiedliche Interessen aushandeln.
  • Sachkompetenz meint, sich die Welt aneignen, die sachlichen Lebensbereiche erschließen, sich theoretisches und praktisches Wissen und Können (Fähigkeiten und Fertigkeiten) aneignen und dabei urteils- und handlungsfähig werden, Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit entwickeln.
  • Lernmethodische Kompetenz meint ein Grundverständnis davon, dass man lernt, was man lernt und wie man lernt; die Fähigkeit, sich selbst Wissen und Können anzueignen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden; die Bereitschaft, von anderen zu lernen.“[1]

Jedes Kind will selbst etwas unternehmen, seine Erfahrungen sowie die Entwicklung seiner Kenntnisse und Fähigkeiten organisieren. Es hat seinen eigenen Rhythmus, wann es gewisse Dinge tun möchte. Dieser Rhythmus ist für unsere Erziehungsarbeit maßgebend (Situationsansatz). Damit ist nicht nur die körperliche Entwicklung gemeint, sondern die Gesamtpersönlichkeit des Kindes soll in diesem Sinne angesprochen, unterstützt und gefördert werden.

Kinder müssen die Möglichkeit haben, ihren natürlichen Neigungen und persönlichen Begabungen nachzugehen und sich einer Beschäftigung solange zu widmen, wie sie Spaß daran haben. Dafür geben wir ihnen Raum und Zeit.Die Kinder werden so auch darin bestärkt, ihren Kinderladenalltag selbst­organisatorisch zu leben und sich weiterzuentwickeln, sowie Vorgänge selbst zu gestalten.

Damit wären wir bei dem ersten Ziel für unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern, der Selbstständigkeit.

Sobald Kinder sich ihrer neu erworbenen Fähigkeiten bewusst werden, wollen sie diese nur noch selbstständig ausführen. Es wäre fatal, wenn die Erwachsenen dann dazwischen gehen und dem Kind alles abnehmen würden. Damit würden wir das Kind in seiner Entwicklung behindern, indem wir ihm suggerieren, dass es in der Außenwelt nicht ohne die Hilfe eines Erwachsenen zurechtkommen kann.

So sehen wir die Erziehung zur Selbstständigkeit und zum Selbstbewusstsein u.a. als Prävention gegen Drogen- und Kindesmissbrauch an.

In unserer täglichen Arbeit sieht das so aus, dass wir den Kindern den Raum und die Zeit geben, selbstständig zu entscheiden,

  • wie und was sie sich selbst anziehen
  • was und wie viel sie essen und trinken
  • mit wem, wo und was sie wie lange spielen wollen
  • wann und was sie basteln oder malen wollen
  • wann und wie viel sie schlafen
  • wann sie keine Windel mehr tragen wollen und
  • ab wann sie auf die Toilette oder das Töpfchen gehen wollen

Dazu gehört aber auch, dass sie in die Küchen- und Aufräumarbeiten einbezogen werden, zum Beispiel selber aufräumen, ihren selbst produzierten Dreck entfernen, zum Frühstück sich selber die Brote schmieren, das Mittagessen auffüllen oder die Getränke eingießen. Bei diesem wie bei allen folgenden pädagogischen Zielen gilt, dass die Entwicklungsstufe bzw. das Alter des Kindes das Maß ist, was und wie viel wir ihnen gegebenenfalls abverlangen. Auch ist es wichtig, dass im Elternhaus die Ziele mitgetragen und bestmöglich angewendet werden.

Ein weiteres sehr wichtiges Erziehungsziel ist das soziale Verhalten.

Viele Kinder kommen in unseren Kinderladen mit ein bis anderthalb Jahren. Früher war man der Meinung, Kinder unter drei Jahren können kein Sozialverhalten erlernen. Dies widerspricht unseren langjährigen Beobachtungen. Kinder in diesem frühen Alter können sehr wohl soziales Verhalten erlernen, nur dauert es länger und erfordert ein höheres Maß an Ausdauer und Geduld von Seiten der ErzieherInnen. Die Kinder lernen durch die ständige Wiederholung und haben durch die Altersmischung die Chance, es sich wie auch alle anderen Fähigkeiten bei den Älteren abzugucken.

Durch die Interaktion erlernen die Kinder soziales Verhalten. Sie spielen miteinander und erkennen allmählich, dass der/die andere auch andere Bedürfnisse haben kann. Diese zu respektieren und zu akzeptieren, ist ein langwieriger Prozess, der nicht selten in Streit endet. Hierbei geht der/die ErzieherIn erst dazwischen, wenn die betroffenen Parteien den Konflikt selbst nicht lösen können, und hilft den Kindern durch Fragen eine eigene Problemlösung zu finden.

Was Sozialverhalten angeht, so lernen die Kinder auch viel von ihren Bezugspersonen. Wie diese miteinander umgehen und wie sie auf die unterschiedlichen Charaktere der Kinder eingehen, spiegelt sich später auch im Umgang der Kinder miteinander wieder. So lernen die Kinder auch aufeinander Rücksicht zu nehmen. Um dieses soziale Verhalten aufrecht­zuerhalten und weiter auszubauen, machen wir alljährlich eine vier- bis fünftägige Kinderladenreise, bei der die Kinder (ab ca. drei Jahren) und ErzieherInnen sich einmal im Jahr über mehrere Tage und Nächte hinweg erleben können. Im Vorfeld werden die Kinder durch Gespräche, Bastel- und Malarbeiten sowie Kinderladen­übernachtungen auf die Reise vorbereitet.

Alle Aktivitäten außerhalb des Ladens werden mit den Kindern in diesem Maße vor- und nachbereitet. So finden allwöchentlich Ausflüge in die Natur oder in öffentliche Einrichtungen wie Zoo, Aquarium, Freibad, Kindermuseum etc. statt. Außerdem gehen wir mit den älteren Kindern ins Theater und besuchen alle zusammen regelmäßig die Bibliothek. Dabei werden u.a. die sinnliche Wahrnehmung und das Umwelt­bewusstsein der Kinder geschult. Allein in der Natur gibt es viel zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu hören und zu fühlen bzw. zu betasten.Auf den Spielplätzen oder im gegenüberliegenden Park üben sich die Kinder gerne im Springen, Rennen und Klettern über Zäune und auf Bäume. Dabei erwerben sie ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten Tag für Tag und lernen sich selbst einzuschätzen. Im Kinderladen bietet Spielzeug, eine Sprossenwand, die Hochetage mit ihrer Treppe und Rutsche Gelegenheit dazu.

Einmal wöchentlich geht die Gruppe in eine Turnhalle am Sachsendamm zur Psychomotorikstunde mit ihrem Facherzieher für Psychomotorik, um die kognitiven und motorischen Ressourcen der Kinder zu erhalten und zu erweitern. Unter dem Begriff Psychomotorik findet sich seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland eine Reihe von verschiedenen pädagogisch therapeutischen Methoden, die alle von der Möglichkeit ausgehen, motorische, kognitive, soziale und schulische Lernprozesse und therapeutische Zielsetzungen bei Kindern durch eine systematische Beeinflussung der Bewegung zu fördern. Statt einer Leistungs- und Produktorientiertheit, die häufig an den Bedürfnissen der Kinder vorbeigeht, statt einer Defektorientiertheit, die nur Makel, Störungen und Defizite sieht, setzt die Psychomotorik eine Erlebnis- und Persönlichkeitsorientierung. Sie ist eine spezifische Methodik, welche die Identität körperlich-motorischer und psychischer Prozesse zur Grundlage erzieherischen Handelns macht.

Die sprachliche Entwicklung wird durch ständigen Dialog mit den Kindern, Vorlesen und Bearbeiten von Büchern sowie das tägliche Spiel der Kinder gefördert. Hierbei ist wiederum hervorzuheben, dass die Altersmischung den jüngeren bzw. nicht so sprachgewandten Kindern den Spracherwerb erleichtert. Der Stand der Sprachentwicklung wird in den für jedes Kind bereitgestellten Sprachlerntagebüchern dokumentiert.All dies fördert nicht nur die Kreativität der Kinder, sondern hat auch Einfluss auf die Rolle des Erziehungspersonals. Der/Die ErzieherIn folgt den Gedanken und Eindrücken der Kinder und entwirft mit ihnen daraus entsprechende Projekte, die sie gemeinsam durchführen und weiterentwickeln. Sie sind Begleiter und Dialogpartner der Kinder und stützen durch ihr eigenes Interesse und ihre aktive Begleitung die „Forschungsprozesse“ der Kinder (Situationsansatz, BBp).

Alle bisher genannten erzieherischen Ziele werden auch in den spielzeugfreien Phasen sichtbar und in hohem Maße gefördert. Die spielzeugfreie Zeit wurde schon mehrmals über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen durchgeführt. Der ursprüngliche Auslöser für die Idee war, dass es viel Streit um Spielzeug gab und dieses dann nur herum geschmissen wurde. Gemeinsam mit den Kindern wurde daher alles bis auf die Bücher, Kissen, Decken und Mal- und Bastelmaterialien in Kisten verstaut und in den Keller gepackt.
Die Erfahrungen in diesen Zeiten waren sehr positiv. Die Kinder haben gemeinsam neue Spiele entworfen, sie haben mit Materialien aller Art, den Decken und Kissen oder draußen gefundenen Sachen gebaut und experimentiert. In dieser Zeit wurden fast täglich Rollenspiele gespielt, die Kinder sind vielmehr aufeinander zugegangen und haben sich ihre Ideen mitgeteilt.

Am Ende der spielzeugfreien Zeit haben die Kinder bewusst Wünsche nach konkretem Spielzeug geäußert, das nach und nach wieder aus dem Keller geholt und dann wieder mit einer großen Wertschätzung behandelt wurde.Wie im BBp beschrieben verstehen wir unter Vorschularbeit sämtliche pädago­gischen Ziele und Arbeiten mit den Kindern während der gesamten Kinderladen­zeit, da bei allem, was wir machen, die Kreativität, Konzentrations­fähigkeit sowie kognitive und motorische Entwicklung altersgemäß gefördert werden. Unterstützt wird dies durch den regelmäßig stattfindenden Morgenkreis, bei dem die Kinder konzentriert das Singen, Tanzen, Sprechen, Zählen und Farbenerkennen lernen.


[1] http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/bildungswege/vorschulische_bildung/berliner_bildungsprogramm_2004.pdf Seite 26

ErzieherInnen und Eltern

Die ErzieherInnen informieren die Eltern über alle diese Handlungsprozesse, die Ziele, das Denken und die Entwicklung der Kinder, hierzu findet zum einen 1x jährlich ein ausführliches Elterngespräch statt und zum anderen werden der Entwicklungsstand sowie die Gruppensituation auf den Elternabenden besprochen. Bei dringendem Besprechungs­bedarf wird auch kurzfristig ein Termin mit den entsprechenden Eltern und Erziehern vereinbart.

Das Erziehungspersonal spricht in regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen geplante Aktivitäten, Projekte wie auch die alljährlich wiederkehrenden Feste (Jahreszeiten­wechsel, Ostern, Sommerfest, St. Martin, Nikolaus, Weihnachten) mit dem Vorstand ab. Ferner tauschen sie ihre Beobachtungen aus und besprechen den Entwicklungsstand einzelner Kinder und der Gruppe. In nach Möglichkeit alljährlichen Weiterbildungen erweitern sie ihr Wissen über die Arbeit mit Kindern. Alle zwei Jahre wie vorgeschrieben besuchen sie einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder.

Die Eingewöhnung neuer Kinder erfolgt nach dem so genannten Berliner Modell, d.h. das Kind gibt den Zeitpunkt an, wann es sich allmählich vom eingewöhnenden Elternteil lösen kann. Nach den ersten Tagen, in denen Eltern und Kind peu a peu den Kinderladen­alltag, die Kinder und ErzieherIn kennen lernen, ist es zunächst eine Viertelstunde allein. Die Zeit wird von Mal zu Mal je nach Kind erhöht, bis es den Tag im Kinderladen ohne Eltern­­teil verbringen kann. Dabei ist es wichtig, dass sich auch der Vater/die Mutter vom Kind lösen kann. Zum genaueren Kennen lernen werden auch die Sprachlerntagebücher genutzt.

Die Eltern haben diverse anfallende Arbeiten, die einen reibungslosen Kinderladen­alltag ermöglichen, in Ämter aufgeteilt, wie z.B. den Vorstand, das Einkaufen, das Haus­meister­amt, das Pflegen der Website und Anlegen von Kochlisten. Das Kochen wird im Rotationsprinzip, ca. alle zwei Wochen von allen Eltern übernommen. Das Waschen der Wäsche übernehmen die Eltern abwechselnd ca. vierteljährlich.

Einmal im Monat findet ein Elternabend statt, an dem sich die Eltern und die Erzieher über organisatorische und pädagogische Themen auseinandersetzen. Bei Ausflügen und im Krankheitsfall eines Erziehers betreut bei Bedarf ein Elternteil die Kinder mit (so genannte Elterndienste).

Durch die aktive Mitarbeit der Eltern im Kinderladen und die regelmäßigen Eltern­abende werden die Eltern in die pädagogische Arbeit mit einbezogen und nehmen somit viel Anteil an dem Kinderladenalltag und dem Alltag ihres Kindes.

Der Kinderladen ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der vom Vorstand geleitet wird. Bei den Meckerbeinen werden die Vorstandsämter durch die Mitglieder­versammlung, d.h. die Eltern gewählt.

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